Grenzen, oder besser: in Form gegossene Liebe

Grenzen, oder besser: in Form gegossene Liebe

Mit dieser Geschichte über Grenzen und Liebe möchte ich dich dazu inspirieren, deine eigenen Grenzen auszuloten. Viel Freude beim Lesen!

Als ich morgens aufwachte, fühlte ich mich wie von einem LKW überrollt. Ich hatte schlecht geträumt und spürte bei den ersten bewussten Atemzügen, wie sehr ich selbige im Schlaf unterdrückt hatte. Mein Bauch war hart und angespannt, die Atmung flach. Ich hatte keine Lust auf nichts und hätte mich am liebsten in Tagträumen verkrochen. Da ich mir dieser Rückzugsstrategie bewusst war, beschloss ich mir und meinem Körper einen Schubs in den Tag zu geben und ging zum Yoga.
 
Es half. Die Lehrerin, die in ihrem alten Leben Ballerina war und sich so weich bewegte wie ihr französischer Akzent klang, ermutigte uns immer wieder dazu, den Fokus auf die äußere Form fallen zu lassen und stattdessen die Natürlichkeit und Größe unseres Atems wahrzunehmen. Dieser inneren Naturkraft sollten wir dann bis an die Grenzen folgen, die der Körper aufzeigte.
 
Mein Körper zeigte mir an diesem Morgen alles, wonach ich mich unbewusst gesehnt hatte. 

Er schien sich auf mich zu freuen wie ein Kind an Weihnachten. Jeden Atemzug nahm er wie ein Geschenk entgegen und zeigte mir am Ende der Einatmung, dass da noch viel mehr Platz für mich ist, als ich bereit war einzunehmen.
 
Es kam mir vor, als hätte dieser Körper mich mindestens genauso vermisst, wie ich den Raum, den er mir gab. Je mehr ich ihn mit meinem Atem ausfüllte, desto mehr tastete ich mich auch an seine Grenzen heran.
 
Zu meinem Erstaunen hatten diese Grenzen nichts Einengendes, nichts Strafendes oder Ablehnendes.

Sie fühlten sich sicher an. Sie waren wie eine Umarmung, die mir rückversicherte, dass es mich gibt. Sie hielten mich fest in ihren Armen und boten mir den Schutz, den ich brauchte. Das Paradoxe daran war: erst durch das Spüren der Grenze konnte ich wahrnehmen, wie viel Raum da für mich war. Aber so ist es wohl mit jeder Wahrheit – man entdeckt sie immer im vermeintlichen Widerspruch.  
 
Der spirituelle Lehrer Jeff Foster schrieb mal „boundaries are love in form“, was übersetzt so viel heißt wie „Grenzen sind in Form gegossene Liebe“.
 
Plötzlich verstand ich diesen Satz mit jeder Zelle. „Klar, Grenzen sind Liebe!“ schoss es mir durch den Kopf. Mir wurde bewusst, dass erst durch ihren Halt ein sicherer Raum entsteht, in dem das Herz sich öffnen kann. Ich musste über mich schmunzeln… Wie oft ich doch in meinem Leben Angst vor einem „Nein“ hatte und wie oft ich mich selbst gescheut hatte zu sagen, wenn mir etwas zu viel war. Jetzt verstand ich, dass auch Nein-Sagen ein Liebesbeweis ist; dass es wichtig ist meine Grenzen zu spüren und auszudrücken und die der anderen zu akzeptieren, weil erst dadurch Raum für echte Begegnung, für Liebe, entsteht. 
 
Wie geht es dir mit dem Thema? Kannst du deine Grenzen spüren?
 
Von Herz zu Herz,

PS: Der Tagesworkshop in Hannover ist auf Samstag, den 24. November verschoben. Noch gibt es freie Plätze. Der Workshop in München ist bereits ausgebucht. Die nächsten Workshops gibt es 2019.

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